Wechsel bei den Sterntalern

Der Förderverein Sterntaler, der sich für die Kinderchirurgie der Universitätsmedizin engagiert, wird bald ohne einen jahrelang verlässlichen Fixstern planen müssen: Anne Kremser, verdienstvolle und nimmermüde Vorsitzende der Sterntaler, wird ihr Amt in der Mitgliederversammlung am 20. Mai abgeben. Als Nachfolger bislang nominiert ist nach AZ-Informationen Vorstandsmitglied Lothar Dressel. Anne Kremser wollte schon seit längerer Zeit die aufwändige Vorstandsarbeit in jüngere Hände abgeben. Es hat einige Zeit gebraucht, um die Nachfolge zu regeln und so lange wollte sie auch nicht von Bord gehen und „ihren“ Verein im Stich lassen.

Seit seiner Gründung 1991 hat Sterntaler inzwischen die Kinderchirurgie mit weit über 500 000 Euro unterstützt. Von Anfang an aber versteht sich der Verein nicht als bloße Geldbeschaffungs-Organisation. Beharrlich und öffentlichkeitswirksam setzten sich die Sterntaler vielmehr für die Interessen der kleinen Patienten ein und legen den Finger in die Wunde, wenn die Großen den Kleinen nur eine Behandlung zweiter Klasse zukommen lassen wollen. Das ist dann für manchen Verantwortlichen bis hinein in ministerielle Büroräume nicht immer angenehm. Anne Kremser hat sich davon nie beeindrucken lassen, sondern Kurs gehalten.

So verwundert es nicht, dass auch die Mitgliederversammlung die Probleme benennen und diskutieren wird, die im Zusammenhang stehen mit dem Umzug der Kinderchirurgie vom Gebäude 505 in die Kinderklinik von vor gut einem Jahr. Ein Dorn im Auge sind den Sterntalern dabei die unterirdischen Gänge, durch die die Kinder zur Operation geschoben oder zurück in die Klinik gebracht werden. Die Gänge gelten dem Verein aufgrund ihres düsteren Zustandes zum einen als Zumutung für Kinder und Eltern, zum anderen bezweifeln die Aktiven, dass dort die Hygienestandards gewährleistet sind, wie sie im Umfeld einer Operation Gültigkeit haben. Das Problem ist: Die Kinderklinik selbst verfügt über keinen eigenen OP-Bereich, so dass man in die Frauenklinik beziehungsweise die Chirurgie ausweichen muss. „Die Situation hat sich mit dem Umzug verschärft, weil jetzt keinem Kind die Gänge erspart bleiben“, so Kremser.

Notfallpatienten nicht länger durchs Gelände schieben

Langfristiges Ziel müsse es sein, dem Kind die komplette medizinische Versorgung »unter einem Dach« bieten zu können, was auch bedeutet, dass kleine Notfallpatienten nicht länger durchs Gelände vagabundieren sollten, sondern ihre Anlaufstelle in der Kinderklinik haben. Bis das aber etwa durch ein kinderchirurgisches Zentrum in Nachbarschaft der Kinderklinik gelöst sei, müssten die unterirdischen Gänge saniert werden. Die Mitglieder werden auf ihrer Versammlung von der Pflegedienstleisterin der Kinderchirurgie und vom Chef der Klinik, Professor Felix Schier, zu hören bekommen, wie sich die Zusammenarbeit in der Kinderklinik gestaltet und wo es in der Praxis noch klemmt.

Quelle: Mainzer Allgemeine Zeitung
Autor: Erich Michael Lang

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